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  Entwicklung
 

Die Entwicklung der Kampfkünste

Selbstverteidigungs- und Kampfsysteme gibt es, seit Menschen auf der Erde leben, die ihre Probleme durch die Anwendung von Gewalt zu lösten versuchten. Abgesehen von angeborenen, instinktiven Abwehrreaktionen entdeckte man wirksame Techniken oft durch Zufall, Nachdenken oder Tierbeobachtung. Im Lernprozess durch Versuch und Irrtum wurden solche Techniken immer wieder verbessert und oft zu Kampf-Systemen weiterentwickelt. Während die Kampfkünste im Altertum und im Mittelalter vor allem zu Angriff und Verteidigung bei kriegerischen Auseinandersetzungen dienten, wandelten sich später manche Kampfkünste zu Körperertüchtigungssystemen oder Bewegungskulturen bzw. zum Kampfsport. Erzieherische Aspekte, die Traditionspflege oder der Wettkampfgedanke standen nun im Vordergrund.

Die Vorläufer des Taekwondo und ihr Ursprung 

Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst, die sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt hat.

In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten war das Gebiet des heutigen Korea in drei Königreiche aufgeteilt: Koguryo im Norden, Baek Je im Südwesten und Silla im Südosten. Koguryo war hierbei bei weitem das flächenmäßig Größte. Dies führte dazu, dass die beiden südlichen Länder Baek Je und Silla in ständiger Wachsamkeit gegen die militärische und wirtschaftliche Bedrohung aus dem Norden lebten. Vor allem für Silla wirkte sich dies insofern positiv aus, als die eigene Kraft und Stärke in jeder Beziehung erhalten und verbessert werden musste. Man erkannte hier, dass eine geistige Überlegenheit die Grundlage für das Widerstandsvermögen gegen den Norden war, und so entwickelte man vielerlei Systeme, die die geistige Substanz des Volkes nährten und verbesserten. Zu diesem Zweck wurde unter anderem im 6. Jahrhundert n. Chr. von dem König Chin-Hung das Hwarang-Do gegründet, eine Organisation, in der die talentierte Jugend der damaligen Zeit aufgenommen und im Ideengut des Zen unterrichtet wurde. Dieses Ideengut wendete man auf verschiedene Künste, Wissenschaften und die Selbstverteidigung an.

Während der Silla-Dynastie (668-935 n.Chr.) wurden die Hwarang-Do Krieger sowohl durch ihren Mut als vor allem auch durch enormes Kampfgeschick bekannt, und verhalfen den Kampfkünsten zu neuer Blüte. Soo Bak Gi und Taek Kyon wurden zur nationalen Kriegskunst erklärt, in der auch jährliche Wettkämpfe ausgetragen wurden, um den besten Kämpfer zu ermitteln. Dem Sieger des Wettkampfes wurde besondere Ehre zuteil und er erhielt einen bedeutenden Posten in der Regierung. Für die Hwarang-Do-Bewegung resultierte aus dem Gedankengut des Zen eine unüberwindbare Stärke, die schließlich zu einer friedlichen Vereinigung der drei Königreiche unter der Leitung Sillas führte

Auch während der Koryo-Dynastie (918 - 1392 n. Chr.) erfreuten sich die kriegerischen Künste großer Beliebtheit. Somit wurde das Taek Kyon fast 800 Jahre lang weitergepflegt und perfektioniert. In der folgenden Yi-Dynastie (1393 - 1910 n. Chr.) wurde jedoch alles, was mit dem Militär zu tun hatte, abgewertet. Da aber der äußere Anlass der Auseinandersetzung mit den Nachbarstaaten im Laufe der Zeit verschwand, erlahmte die schöpferische Kraft des Volkes, und die Entwicklung des Do stagnierte.

Als im 14. Jahrhundert die Lee-Dynastie folgte, wurde das Taek Kyon nur noch von kleinen Gruppen am Leben erhalten. Im Jahr 1910 erfolgte die Besetzung Koreas durch japanische Truppen, und Taek Kyon wurde in seiner öffentlichen Ausübung verboten. Damit war aber der äußere Anlass, der das Taek Kyon zu seiner einstigen Blüte geführt hatte, wieder gegeben: die Bedrohung von Außen. Gerade das führte dazu, dass das Taek Kyon von neuem ausgeübt und gepflegt wurde und auch diese schlimme Zeit ohne Schaden überstand. Einige unerschütterliche Männer praktizierten die Künste weiterhin im Untergrund: Sie waren Meister des Taek Kyon und des Soo Bak Gi und gaben ihr Wissen und Können an einige wenige Schüler weiter.

Nach der Niederlage der Japaner 1945 war das Interesse vorhanden, das Taek Kyon der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und es erfolgte schnell eine allgemeine Verbreitung. In dieser Zeit entstand eine Bewegung unter der Führung von General Choi, Hong Hi mit der Aufgabe, das Taek Kyon neu zu ordnen und eine umfassende äußere Organisation zu entwerfen.

Im Rahmen dieser Neuordnung änderte er auch unter Mithilfe eines Komitees, dem bedeutende Persönlichkeiten Koreas angehörten, den Namen des Taek Kyon in Taekwondo, was soviel wie "der Weg des Fußes und der Hand" heißt.

Zwischen 1950-1953 entwickelten die Meister Südkoreas unter Leitung von General Choi Hong Hi somit einen neuen Kampfsport nach dem japanischem Modell. Taekwondo vereinte die bestehenden Stilrichtungen Chang Hon Yu, Chang Moo Kwan, Chung Do Kwan, Chi Do Kwan, Oh Do Kwan, Yul Kwan Sool, Kang Duk Kwan, Yun Moo Kwan und andere.

1955 führte dann General Choi Hong Hi im Auftrag der südkoreanischen Regierung Taekwondo als Nationalsport ein. Die Disziplin wurde schnell zum koreanischen Volkssport und als Pflichtfach eingeführt, an allen Militärakademien und Polizeischulen des Landes. Ein Graduierungssystem (Dan Gup Jedo) wurde gegründet und Regeln für den Wettkampf erstellt.

Im Jahre 1961 wird General Choi Hong Hi der erste Präsident der Korean Taekwondo Association (KTA).

1965 brach eine Abordnung höchster Danträger von Korea auf, um das Taekwondo in der ganzen Welt zu verbreiten. Seit dieser Zeit wird diese koreanische Kampfkunst auch in Europa unterrichtet.

 

damalige Königreiche in Korea:
1. Koguryo (37 B.C. - 668 A.D.)
2. Baek je (18 B.C. - 600 A.D.)
3. Silla (57 B.C. - 936 A.D.)


Quelle: http://www.taekwondo-passau.de

 
   
 
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